Kinder- & Familienbildung in Ludwigsburg

Bildung liegt uns allen am Herzen. Wenn es darum geht, die "Rücksitzgeneration" nach vorne zu bringen, gibt es viele Wege und Konzepte. Einig sind sich die Experten darin, dass die Förderung möglichst früh beginnen sollte, ohne dabei allerdings den Ehrgeiz zu übertreiben. Das Gras wächst nicht schneller, wie ein Sprichwort sagt, wenn man daran zieht.

Umgekehrt ist es leider so, dass es in verdichteten Zeiten immer schwieriger wird, etwas gerade zu biegen, das lange schief gelaufen ist. Während die einen nachsitzen, stürmen die anderen schon voraus. Genau an diesem Punkt setzt das Programm KiFa an. Es holt Eltern und Kinder schon in der Kita ab - und begleitet sie ein Stück auf ihrem Weg, damit es erst gar nicht so weit kommt.

KiFa ist ein Programm für Kindertageseinrichtungen und Grundschulen, das Elternbildung, Sprachförderung, Öffnung zum Gemeinwesen, Qualifizierung von Fachkräften und Multiplikatoren bedarfsorientiert und ganzheitlich vernetzt.

Eltern werden durch KiFa frühzeitig in ihren Erziehungs- und Bildungskompetenzen gestärkt und systematisch und aktiv in den Lernprozess ihrer Kinder eingebunden. Eltern und ihre Kinder erleben schöne gemeinsame Zeit, haben Spaß am gemeinsamen Entdecken, die Neugier der Kinder wird ernst genommen, Begabungen werden gefördert, Interesse für Neues geweckt und Freude am gemeinsamen Dialog entdeckt. Die Stärken der Eltern werden genutzt, sie lernen von- und miteinander.

KiFa richtet sich an alle Familien mit Kleinkindern und Kita-Kindern. Besonders geeignet ist KiFa auch für Familien mit Migrationshintergrund, Alleinerziehende, Familien in besonderen Lebenslagen und bildungsbenachteiligte Familien.

Der Zugang zu den Familien findet frühzeitig an der Basis über die Kindertagesstätten und Mentoren statt.

Ziele

  • Wohlbefinden von Kindern
  • Gleiche Bildungschancen für alle Kinder von Anfang an, unabhängig von ihrer Nationalität und sozialen Herkunft.
  • Stärkung der Gemeinschaft und Selbsthilfe der Familien innerhalb eines Stadtteils
  • Familien nutzen bestehende Beratungsangebote
  • Kostensenkung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe durch frühzeitige Unterstützung der Familien

Umsetzung

  • KiFa wird seit 2003 in den Ludwigsburger Kitas mit Erfolg umgesetzt.
  • 2005: Evaluierung durch die Ev. FH Freiburg.
  • Das Modell wurde 2007 in Regelstrukturen übertragen.
  • KiFa-Verbreitung auf weitere Kommunen läuft seit 2008.
  • Seit 2011 ist die Neumayer Stiftung Partner für Verbreitung und Weiterentwicklung
  • 2012: Anschlusskonzept "Kleinkind" und "Grundschule" gehen in die Verbreitung.
  • Aktuell wird KiFa in Ludwigsburg, Kirchheim, Öhringen, Fellbach, Singen, Filderstadt, Ebersbach a.d. Fils, Geislingen a.d. Steige, Schwäbisch Gmünd, Heilbronn und Schwäbisch Hall umgesetzt.

Erfolge

  • seit 2008 zeigen die erfolgreichen Übergänge der „KiFa-Kinder“ auf Realschulen und Gymnasien den nachhaltigen Erfolg des Programms
  • KiFa ist Nährboden für Eigeninitiative und Bürgerschaftliches Engagement. Entstanden sind daraus Integrationskurse, weiterführende Eltern-Kind-Angebote, funktionierende Netzwerke und auch das mehrfach ausgezeichnete Projekt JuKi, bei dem sich Jugendliche für benachteiligte Kinder engagieren
  • Auszeichnung Programm KiFa mit der Anerkennung „Preis Soziale Stadt 2008“.
  • Auszeichnung Programm KiFa mit dem Landesweiterbildungspreis Baden-Württemberg 2010
  • KiFa Nominierung Karl Kübel Preis "Bildung für nachhaltige Entwicklung" 2011
  • KiFa Preisträger beim Wettbewerb der Bundesregierung "Bildungsidee" 2011/2012
  • Nominierung "IBK-Preis für Gesundheitsförderung und Prävention 2013" der Internationalen Bodenseekonferenz

Innovative Aspekte


Niederschwelliger Zugang: die Kindertagesstätte dient als zentrale Anlaufstelle. Es werden muttersprachliche Mentoren eingesetzt. Dabei handelt es sich um eigens qualifizierte Eltern aus der Einrichtung.

Ressourcenorientierung: KiFa setzt an den Stärken der Kinder und Eltern an und baut darauf auf.

Gemeinwesenorientierung: Aufbau von Netzwerken innerhalb eines Stadtteils.

Lebensweltorientierung: Förderung der Kinder in Erst- und Zweitsprache, im Elternhaus und in der Kita.

Feinmaschige Vernetzung: Kitas entwickeln sich zu Kinder- und Familienzentren. Kooperationen mit Psychologischen Beratungsstellen, Jugendamt, Schuldnerberatung, Suchtberatung, Gesundheitsamt, Vereinen, Schulen, Kirchen.

Stärken

  • präventiver, ganzheitlicher Ansatz
  • geringe Kosten – nachhaltige Wirkung
  • Empowerment – Potentiale nutzen
  • Hilfe zur Selbsthilfe
  • Bürgerschaftliches Engagement
  • niederschwellige Angebote direkt in der Kita
  • Vernetzung von Angeboten und Hilfen
  • Ressourcen- und Stärkenorientierung
  • einsetzbar in allen Kommunen/Kitas
Dr. Frank Mentrup

Dr. Frank Mentrup, ehem. Staatssekretär
im Kultusministerium

„Unser wichtigstes Ziel heißt: mehr Bildungsgerechtigkeit im Land. Das bedeutet konkret, wir wollen jedem Kind ermöglichen, den am besten passenden Schulabschluss zu erreichen, mehr...

Fatma Kalkan

Fatma Kalkan, Mutter
„Ich finde es toll, dass durch KiFa alle an einem Tisch sitzen, egal aus welcher Schicht, mehr...

Werner Spec

Werner Spec,
Oberbürgermeister, Ludwigsburg

„Bildung und Betreuung gehören zu den wichtigsten Investitionen in unsere Kinder und Jugendlichen. mehr...

Georg Wacker

Georg Wacker, Ex-Kultusstaatssekretär, MdL
„Das Programm KiFa leistet auf einem zentralen Feld der Bildungspolitik einen innovativen Beitrag. mehr...

Anna Hofmann

Anna Hofmann, Mentorin
„In den KiFa-Kursen habe ich als Mutter wertvolle Tipps bekommen, die ich in meine Familie einbringen konnte. mehr...

Inge Umbrecht-Meyer

Inge Umbrecht-Meyer, Erzieherin
„Als Stellvertretende Leiterin des Kinder- und Familienzentrums am Sonnenberg bemühe ich mich jeden Tag darum, Kindern bessere Zukunftschancen zu ermöglichen. mehr...

         

01.03.2016
KiFa-Fachtag 2016  mehr...

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